Baum des Jahres

Baum des Jahres 2017 – Die Fichte

L. GössingerL. Gössinger 2

 

 

 

 

 

 

 

 

13.10.2016 Über keinen anderen heimischen Baum wird so viel gestritten wie über die Fichte. Geschätzt als wichtigste Einkommensquelle wird die Fichte von Befürwortern der Artenvielfalt geschmäht. Ihre Wahl zum Baum des Jahres 2017 gibt Gelegenheit, mehr Klarheit in die Diskussion und die künftige Entwicklung dieses Baumes zu bringen.

Die Fichte ist mit 26 Prozent die häufigste Baumart Deutschlands. Aufgrund der vielseitigen Verwendbarkeit des Holzes (Papier, Bauholz) ist die Fichte weiterhin der Brotbaum der Forstwirtschaft. Ca. 90 % der Erträge aus der Holzernte kommen aus dem Verkauf der Fichte.

Kulturgeschichtlich ist die Fichte eng mit uns verbunden. Die einfachsten und gröbsten Gegenstände vom Kochlöffel bis zum Dachstuhl sind aus Fichte, aber auch die wertvollsten: Das Deckenholz der berühmten Stradivari-Geigen (1648-1737) ist aus Fichtenholz mit besonders engen Jahrringen gefertigt. Für Cellos und Gitarren wird heute noch Fichte verwendet. Auch war sie eine Zeit lang der beliebteste Weihnachtsbaum; als Maibaum wird sie weiterhin verwendet.

Bildunterschrift: Fichte_Habitus,  Bildautor: Lothar Gössinger: Fichten im  südlichen Oberbayern – Der Wechsel zum Mischwald ist eingeleitet, Stürme haben den Startschuss gegeben.

Die Fichte

Baum des Jahres 2016 – Die Winterlinde

Um die Winterlinde ranken sich viele Lieder, Gedichte und Geschichten. Als Hof- und Dorflinde ist sie ein beliebter Baum bei den Deutschen und die Bienen lieben sie wegen des Nektars. Lindenblüten werden als Tee und Arzneimittel verwendet. Und auch im Wald wird der neue Baum des Jahres inden letzten Jahren wieder vermehrt angebaut.

Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man nur von der Linde. Wenige wissen, dass es in Deutschland neben der Winterlinde auch die Sommerlindegibt und kaum einer weiß, wie man sie unterscheidet.

Die Unterscheidung erfolgt am einfachsten über die Blätter und Früchte. Bei der Winterlinde ist die Blattunterseite kahl bis auf die in den Winkeln derBlattnerven vorkommenden bräunlichen Haarbüschel. Ihre Nussfrüchte sind dünnschalig und können zwischen den Fingern zerdrückt werden. Aucherscheinen die Blüten der Winterlinde erst ab Ende Juni - fast zwei Wochen später als die der Sommerlinde. Sie blüht damit am spätesten von allen einheimischen Baumarten.

Seit den Germanen spielt die Linde in der Kulturgeschichte eine große Rolle. Über 850 deutsche Orte und Städte verdanken der Linde ihren Namen.Unter Gerichtslinden wurde jahrhundertelang Recht gesprochen und weit sichtbare Linden bezeichnete man als Freiheitsbäume. Unter den Dorflindenspielte sich das Dorfleben ab. Man traf sich für Trauungen und Versammlungen und sogar zum Tanzen auf den Dorflinden.

Aber nicht nur als Einzelbaum macht die Winterlinde eine gute Figur. In der Forstwirtschaft wird sie gerne und in letzter Zeit verstärkt als Mischbaumarteingesetzt. Ihr Laub zersetzt sich rasch und liefert Nachschub für die Nährstoffe. Größere  Winterlinden-Vorkommen  findet  man  u.a im  Kottenforst bei  Bonn.

Lindenholz  ist  meist  weißlich  bis  gelblich  und  gehört zu  den  weichen  Hölzern.  Es  wird deshalb  vor  allem  im Innenbereich  verwendet  und  auch Bildhauer  und  Holzschnitzer arbeiten gerne mit dem Lindenholz.

Die_Linde

Baum des Jahres 2015 – Der Feldahorn

Ökologisch wertvoll und Hoffnungsträger im Klimawandel

Der Feldahorn, auch Maßholder genannt hat eine große Bedeutung für die Artenvielfalt in der Landschaft und wegen seiner Toleranz gegenüber Trockenheit und Umweltbelastung ist er zudem hervorragend geeignet für die Durchgrünung unserer Städte. Auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel wird er künftig mehr Beachtung finden.

Der Feldahorn kommt in Deutschland vor allem an Wald- und Wegrändern
oder in Feldgehölzen vor, wo ihm andere Baumarten eine Chance lassen.
Seine Blätter sind kleiner als die des Berg- und Spitzahorns. Im Wald hat er
meist keine Chance, da er gegen wuchskräftigere Baumarten wie die Buche nicht bestehen kann. Der Feldahorn wächst häufig strauchartig und weist meist eine Höhe von 10 bis 15 Metern auf. Seine Anpflanzung entlang von Wegen und Feldern ist für viele Tierarten eine wichtige Vernetzung in der ausgeräumten Landschaft.

Der Feldahorn hat von allen Ahornarten das größte Verbreitungsgebiet und kommt fast überall in Europa, von der Ebene bis ins Hügelland vor. Er ist eine Halbschattenbaumart mit intensivem Herzwurzelsystem und die Niederwaldwirtschaft nutze früher die gute Ausschlagkraft des Feldahorns. Er weist die typischen Ahornnussfrüchte mit den zwei Flügeln auf, wobei diese beim Feldahorn – ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Ahornarten – fast waagrecht gespreizt sind. Der Feldahorn kann 150 bis 200 Jahre alt werden.

Seine geringen Ansprüche an den Boden und seine gute Schnittverträglichkeit machen ihn zu einer idealen Hecke für jeden, der Sichtschutz mit einheimischen Gehölzen in seinem Garten möchte. Er bietet zahlreichen, kleinen Lebewesen wie Hummeln, Bienen, Schmetterlingen und Vögeln Schutz- und Lebensraum und ist somit sehr bedeutsam für die Artenvielfalt.

Früher wurden übrigens die Blätter des Feldahorns gegessen. Sie wurden wie Sauerkraut zubereitet und bereicherten den Speiseplan – darauf ist auch die Bezeichnung Maßholder zurückzuführen. Heute ist er auf der Weide für Kühe immer noch ein Leckerbissen.

Baum des Jahres 2014 – Die Traubeneiche

Sie ist gemeinsam mit der Stieleiche und der selteneren Flaumeiche eine der heimischen Eichenarten. Ihr wertvolles Holz und die Bedeutung der Früchte für die Schweinemast haben dafür gesorgt, dass sie in früheren Jahren vom Menschen gefördert wurde. Alte Eichenwälder spielen für viele Tier- und Pilzarten eine wichtige Rolle. Als Baumart des trockeneren Hügel- und tieferen Berglandes hat sie auch in Zeiten des Klimawandels gute Chancen, in Zukunft hier zu wachsen. Von der Stieleiche ist sie durch die in Trauben hängenden Früchten (daher der Name) und den Blättern zu unterscheiden. Die Bäume können bis zu 1.000 Jahre als werden und gelten als Symbol für Kraft und Dauerhaftigkeit.

Weitere Informationen unter www.sdw.de

 

Baum des Jahres 2013 – Der Wild-Apfel

Baum des Jahres 2013

am 25. Oktober 2012 riefen der Vorsitzende der Silvius Wodarz Stiftung – Baum des Jahres, Dr. Sivius Wodarz und der Vorsitzende des Kuratoriums Baum des Jahres Prof. Andreas Roloff im Berliner Zoo den Baum des Jahres 2013 aus.

Der Wildapfel ist eine der Urformen der heutigen Kulturapfelsorten. Der auch Holzapfel genannte Baum ist heute sehr selten. Seine Früchte sind sehr klein und auch im reifen Zustand sehr sauer. Früher kochte man aus den Früchten Tee, um die fiebersenkende und erkältungshemmende Wirkung zu nutzen. Auch wenn er wirtschaftlich keine Rolle spielt, ist er für die Ökologie zur Bereicherung der Artenvielfalt von Waldrändern von großer Bedeutung.

Mehrere Exemplare des Wildapfels, sowie weitere Wildobstarten,  können im Obstmuseum Gut Leidenhausen besichtigt werden.

weitere Informationen und Poster unter www.sdw.de


Baum des Jahres 2012 – Lärche

 

Im Oktober jeden Jahres wird von einem Expertengremium, in dem die SDW Mitglied ist, der Baum des Jahres für das folgende Jahr ausgewählt.
Die Auswahlkriterien für die Wahl eines Baumes sind sehr unterschiedlich: So soll durch die Wahl zum Baum des Jahres entweder auf die Seltenheit einer Baumart, auf die Gefährdung durch neuartige Waldschäden oder Baumkrankheiten, auf die Bedeutung eines Baumes für die Menschen oder auf die Relevanz der Bäume für ein Ökosystem hingewiesen werden.

Die Stieleiche war 1989 der erste so ausgezeichnete Baum, der aufgrund seiner Bedrohung durch neuartige Waldschäden ausgewählt wurde. Andere Bäume wie die Wildbirne (1998) gehören zu den seltensten Bäumen Deutschlands oder zeigen wie die Ulme (1992) einen starken Bestandsrückgang. Die Beeren der Eberesche (1997) sind für über 60 Vogelarten von Bedeutung und daher für ökologisch ausgerichtete Mischwälder wichtig. Im Jahr der Wiedervereinigung wurde auf die Linde (1991) als Symbol der Freiheit und des Friedens hingewiesen. Ein besonderer Erfolg war die Wahl des Speierlings im Jahr 1993. Damit wurde der stark gefährdete Speierling vor dem Aussterben bewahrt. Durch die bundesweite Kampagne sind nach Schätzung der SDW mehr als eine halbe Million Speierlinge neu gepflanzt worden.
Während 2004 bei der Tanne und 2006 bei der Schwarzpappel die Seltenheit und die Gefährdung im Vordergrund standen, war bei der Walnuss im Jahre 2008 ihre kulturelle Bedeutung im Mittelpunkt des Interesses. 2010 war bei der Wahl der Vogelkirsche ihr ökologischer Wert ausschlaggebend. 2011 stand die seltene Elsbeere im Mittelpunkt. 2012 ist die Lärche gewählt worden, der einzige Nadelbaum, der im Winter die Nadeln verliert.

Die Motivation, eine Baumart für ein Jahr besonders hervorzuheben, ist eine ähnliche, wie beim Tag des Baumes. Mit Hilfe des Baum des Jahres sollen der Bevölkerung ökologische, forstliche oder naturschutzfachliche Zusammenhänge verdeutlicht werden. Waldbesitzer und Forstdienststellen sollen auf neue waldbauliche Möglichkeiten, die letztlich zu einem artenreichen Mischwald führen, hingewiesen werden. Städte und Grünämter werden durch die Wahl einer Baumart zum Baum des Jahres dazu angeregt, bei Neupflanzungen insbesondere diese gewählten Bäume zu verwenden.

Plakat Lärche

 

Steckbrief der Lärche:
Familie: Kieferngewächse
Höchstalter: bis 600 (-800) Jahre
Baumhöhe: bis 45m
Durchmesser: bis 200cm
Verwendung: Fenster, Türen, Schindeln, Möbel, Erd-,Schiffs- und Wasserarbeiten

Die hier aufgeführten Jahresbäume können im Erholungsgebiet Leidenhausen in Form einer “Allee der Jahresbäume” besichtigt werden.

Bäume der vergangenen Jahre (1989 bis heute)

Jahr Art Botanischer Name
2012 Europäische Lärche Larix decidua
2011 Elsbeere Sorbus torminalis L.
2010 Vogelkirsche Prunus avium L.
2009 Bergahorn Acer pseudoplatanus L.
2008 Walnuss Juglans regia L.
2007 Waldkiefer Pinus sylvestris L.
2006 Schwarzpappel Populus nigra L.
2005 Rosskastanie Aesculus hippocastanum L.
2004 Weißtanne Abies alba MILL
2003 Schwarzerle Alnus glutinosa L.
2002 Wacholder Juniperus communis L.
2001 Esche Fraxinus excelsior L.
2000 Sandbirke Betula pendula Roth
1999 Silberweide Salix alba L.
1998 Wildbirne Pyrus communis L.
1997 Eberesche Sorbus aucuparia
1996 Hainbuche Carpinus betulus L.
1995 Spitzahorn Acer platanoides L.
1994 Eibe Taxus baccata L.
1993 Speierling Sorbus domestica L.
1992 Bergulme Ulmus glabra Huds. emend. Moss
1991 Sommerlinde Tilia platyphyllos Scop.
1990 Rotbuche Fagus sylvatica L.
1989 Stieleiche Quercus robur L.