Obstmuseum Gut Leidenhausen

Obstmuseum Gut Leidenhausen

Das Obstmuseum wurde 1988 in Form einer ökologisch wertvollen Obstwiese angrenzend an das Gut Leidenhausen angelegt.

Mittlerweile wird sie als Sortengarten bezeichnet und ist auf ca. 135 Obstbäume angewachsen. Dazugekommen sind ein Wildbienenlehrpfad und je eine Wildblumenwiese für Honigbienen und Wildbienen.

Bei den Obstbäumen handelt es sich um alte, ehemals im Rheinland heimische Obstsorten. Diese Sorten sind in unserer heutigen Agrarlandschaft nicht mehr anzutreffen, da sie in der Regel nicht mehr den allgemeinen Verbraucherwünschen gerecht werden. Dennoch finden sich unter den hier gepflanzten Birnen-, Kirsch-, Apfel- und Pflaumenbäumen interessante und wohlschmeckende Sorten. Vor einigen Jahren wurden neben den alten Obstsorten auch die Wildformen der Obstbäume gepflanzt, so dass der Besucher vergleichen kann zwischen dem Wildapfel und einer kultivierten Sorte.  
 

Aktuell wird die Obstwiese umstrukturiert mit dem Ziel alte Bäume mit schlechtem gesundheitlichem Zustand durch neue gesunde und an den Standort angepasste Sorten zu ersetzen. Gleichzeitig wird ein neues Wiesenmahdkonzept erarbeitet und die einzelnen Obstbäume mit Hinweisschildern versehen.

 

Die Obstwiese wird betreut durch eine Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen. Die Arbeitsgruppe freut sich über weitere Unterstützer, die sich in der Geschäftsstelle melden können.

 

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V. bietet verschiedene Seminare und Veranstaltungen unter fachkundiger Anleitung an. So können Sie an einem Obstschnittseminar zum Thema Obstgehölze und Beerenobst teilnehmen oder die fachgerechte Veredelung von Obstbäumen erlernen. Im Rahmen einer Apfelausstellung stellen wir Ihnen viele alte Apfelsorten vor und das Team der Ehrenamtler*innen informiert Sie über die Arbeiten auf der Obstwiese. Neu im Programm ist ein Sensenkurse für Anfänger und ein beratungstag zur Pflanzung von Obstbäumen.

digitale Kartierung der Obstwiese im Rahmen des GIS-Day durch die Firma ESRI-Köln

 

Veranstaltungen rund um das Thema Obst

zum Download: Termine Obstmuseum 2020

 

Obstschnittseminar, Schwerpunkt Baumobst

Obstgehölze brauchen zum Erhalt der Fruchtbarkeit und der Gesundheit einen regelmäßigen Schnitt. In diesem Seminar werden Ihnen die Grundregeln des Schnitts, des richtigen Zeitpunkts und die Besonderheiten sowie das dafür benötigte Werkzeug erklärt und verbildlicht.

Leitung: SDW, Frau Gärtnermeisterin Dagmar Hauke, Obstbaumeisterin der Alexianer-Klostergärtnerei, Köln-Porz

Obstbaum-Hand-Veredelungsseminar

Obstbäume werden veredelt um die Sorten zu erhalten und die Pflanzen zu vermehren. Veredelungen werden aber auch zur Ertragssteigerung durchgeführt und bei Ziergewächsen zur Steigerung der Blühwilligkeit. Manche Pflanzen gedeihen erst durch Veredelung auf ungünstigen Bodenverhältnissen. Die unterschiedlichen Techniken des Kopulierens sowie den Einsatz und das Schleifen der erforderlichen Werkzeuge lernen Sie in unserem Seminar kennen.

Leitung: SDW, Gärtnermeister Stefan Zuber, Alexianer-Klostergärtnerei, Köln-Porz

Mähen mit der Handsense, Anfängerkurs

Wildblumenwiesen und naturbelassene Gärten liegen voll im Trend. Bei der ökologisch sinnvollen Pflege dieser Schätze greifen echte Gartenliebhaber und Bienenfreunde immer öfter auf traditionelle, motorlose Werkzeuge zurück. Dazu zählt die Handsense, die zu den ältesten und ausgereiftesten Werkzeugen der Menschheit gehört. „Gewusst, wie“ geht das Mähen mit einer Handsense nicht nur leicht von der Hand, sondern ist auch effektiv, entspannend und gesund. Das gilt auch für den geräuschlosen Rasenschnitt am Sonntagmorgen.

In den ca. vierstündigen Anfängerkursen „Mähen mit der Handsense für den Hausgebrauch“ auf Gut Leidenhausen vermittelt Ihnen ein erfahrener Sensenlehrer der www.sensenschule.de den gekonnten Umgang mit Sensenbaum & -blatt sowie die Geheimnisse des Sensenschärfens.

Vorkenntnisse oder eigene Sensenausrüstung sind für die Teilnahme der im Freien stattfindenden Kurse nicht erforderlich. Benötigt werden wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk und Arbeitshandschuhe. Teilnahme auf eigenes Risiko.

Leitung: SDW, Stefan Markel, Sensenschule

Rat und Tat rund um die Obstbaumpflanzung

Die Landschaftsarchitektin Carinna Pfeffer ist auch eine fundierte Pomologin mit dem Schwerpunkt Erhalt von alten Obstsorten. Im Rahmen einer „Sprechstunde“ gibt sie interessierten Obstgärtner*innen fachlichen Rat für das richtige Pflanzen und Pflegen von Obstgehölzen. Die Veranstaltung ist kostenlos, Spende erwünscht.

Leitung: SDW, Carinna Pfeffer, Landschaftsarchitektin, Rösrath

Ausstellung und Vortrag alte Apfelsorten

Großes Apfelfest auf Gut Leidenhausen. Auch in diesem Jahr wird es auf dem Gutshof am Rande der Wahner Heide wieder ein Apfelfest geben. Zu sehen ist eine große Apfelausstellung, bei der über 100 verschiedene alte Apfelsorten ausgestellt werden. Wer wissen möchte, welche Äpfel in seinem Garten oder auf seiner Wiese wachsen, kann diese zur Bestimmung mitbringen. Hierzu werden je Sorte 5 gute Früchte benötigt. Carina Pfeffer, Pomologin (Obstkundlerin) und Landschaftsarchitektin gibt gerne Auskünfte zu Fragen rund um Apfelsorten und der eine oder andere Apfel kann auch einmal probiert werden.

Um 14.00 Uhr hält Frau Pfeffer einen Vortrag zum Thema „Klimawandel und Obstbäume“. Dabei zeigt sie auf, wie die Obstbäume durch den Klimawandel geschädigt werden und wie die Konsequenzen hieraus aussehen könnten.

Zeitgleich wird die Möglichkeit zur Apfelsafterzeugung vor Ort ermöglichen.

Leitung: SDW, Carina Pfeffer, Landschaftsarchitektin, Rösrath

 

Konzept Obstmuseum

Konzept Obstmuseum

 

Entwicklungskonzept Obstmuseum Leidenhausen

im Auftrag der Schutzgemeinschaft Köln hat die Landschaftsarchitektin Carina Pfeffer ein Entwicklungskonzept für das Obstmuseum Leidenhausen erarbeitet. Das Konzept liegt im Entwurf vor und muss noch durch eine Kartierung der Obstsorten abgeschlossen werden.

Auszug aus der Zielsetzung: “Das Obstmuseum Leidenhausen soll in seinem jetzigen, schlechten gesundheitlichen Zustand zu einem Sortengarten mit gesunden Bäumen umgewandelt werden. Dies ist nur durch einen hohen Aufwand möglich.

Gleichzeitig soll eine Komplettierung der Gehölze erfolgen. Eine Möglich besteht darin, den Bereich „Birne” deutlich zu verkleinern (ca. 5 Anschauungsbäume) und durch Anpflanzungen von Apfelbäumen zu ersetzen. Auch ein Teil der Kirschen könnte gerodet werden und durch geeignete Gehölze ersetzt werden. Es können insgesamt ca. 20 bis 35 weitere Obstbäume auf dem Gelände in der jetzigen Ausprägung Platz finden. Es dürfen ausschließlich Hochstämme auf Sämlingsunterlage gepflanzt werden, die für den anstehenden Boden geeignet sind. (Siehe Liste). Um als Sortengarten diesem Namen gerecht zu werden, sollte im zweiten Schritt eine weitere Fläche als Standort zum Anpflanzen von Bäumen akquiriert werden. Auf der avisierten Fläche könnten weitere 25 Bäume Platz finden.”

Bepflanzungsvorschläge Sorten

Obstgehölze

Apfel: Uelzener Rambur, Hildesheimer Goldrenette, Groninger Krone, Kanadarenette, Lippoldsberger Tiefenblüte, Krügers Dickstiel, Himbacher Grüner, Kleiner Langstiel, Schicks Rheinischer Landapfel, Nägelchesapfel, Nimmermür, Grünapfel, Rheinische Schafsnase, Namedyer Gold, Gelbe Schafsnase, Degeers Renette, Roter Eiserapfel, Kasseler Renette, Graue Herbstrenette, Biesterfelder Renette, Welschisner

Pflaumen: Bühler Frühzwetsche, Spilling rot, Spilling gelb, Katalonischer Spilling, Erntepflaume

Kirschen: Hedelfinger, Büttners

Birnen: Jakobsbirne, Gute Graue, Köttelsbirne

Wildobst:

Mispeln: Mespilus Germanica

Maulbeeren: Rot Weiß Schwarz

Sonstige: Cornus mas / Cornus mas „Joloco”

Bienenpflanzen:

Frühblüher: Schneeglöckchen, Winterlinge, Crokusse, Traubenhyazinthen, Märzenbecher, Wildtulpen, Primula veris, Frühlingsplatterbse, Hasenglöckchen, Christrosen, Maiglöckchen, Bärlauch

Gehölze: Weiden (niedrig wachsende), Zierjohannisbeere, Haselnuss, Strauchefeu, Rosen (ungefüllt), Clematis (Wildform, kleinblütige Züchtungen), Wilder Wein, Heckenkirsche, Mahonia bealii, apollo Berberis

Stauden: Oregano, Salbei, Thymian, Rosmarin, Lavendel, Sedum telefium, niedrig wachsende Sorten Katzenminze, Telekia, Knautia, Fingerhut, Polygonum, Königskerze, Herzgespann, Boretsch, Beinwell

 

 

Tag des Apfels

Der 11. Januar eines jeden Jahres ist der Tag des Apfels. Im Jahre 2010 haben deutsche Apfel-Erzeugerorganisationen den Tag ins Leben gerufen. Ziel der Kampagne ist es, auf die Qualität und Vielfalt der einheimischen bzw. jeweils regionalen Apfelsorten aufmerksam zu machen und das Wissen um ihre Anwendungsbereiche zu vergrößern.

NRW-Obstsorte des Jahres 2018: Dudenrother Knorpelkirsche

Regionalsorte, einst im östlichen Ruhrgebiet (Raum Dortmund, Hagen, Hamm) verbreitet. Mittelgroße bis große, saftige, gelbrote Knorpelkirsche, zeitgleich mit der ‘Büttners’ reifend und saftiger als diese. Baum starkwüchsig, robust. https://www.landwirtschaftskammer.de/gartenbau/beratung/pdf/obstwiesenschutz-2013-12-12.pdf

NRW-Obstsorte des Jahres 2017: Luxemburger Triumph

Der Name unserer diesjährigen Obstsorte des Jahres verrät schon ihre ursprüngliche Herkunft: der Luxemburger Triumph wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Wildling in einem Wald bei Junglinster in Luxemburg gefunden. Dank ihrer guten Eigenschaften wurde die Sorte weit über ihre Luxemburgische Heimat hinaus verbreitet. https://www.pomologen-verein.de/nordrhein-westfalen.html

NRW-Obstsorte des Jahres 2016: Rheinisches Seidenhemdchen

Der Pomologen Verein e.V. Regionalgruppe Nordrhein-Westfalen hat die Apfelsorte “Rheinisches Seidenhemdchen” als Apfel des Jahres 2016 ausgerufen. www.pomologen-verein.de

Diese alte Apfelsorte stammt vermutlich aus dem Aachener Raum und wird heute nur im Rheinland angetroffen. Der Apfel kann als Tafelapfel verwendet werden. Überwiegend werden die Früchte jedoch als Mostapfel oder Wirtschaftsapfel genutzt. weiterführende Informationen unter http://www.biostationen-rheinland.lvr.de/media/biostationen/publikationen/obstsortenflyer/aepfel/Rheinisches_Seidenhemdchen.pdf

 

Kontakt:

Die Ehrenamtler Obstwiese sind über die Geschäftsstelle erreichbar