Wald in Köln

Der Kölner Wald

Ergebnis einer vorausschauenden Grün- und Forstplanung

Entwicklung des Kölner Waldes

Der Wald der Stadt Köln

Die Stadt Köln verfügte bis Ende des 19. Jahrhunderts über keinen nennenswerten Waldbesitz. Erst vor etwa hundert Jahren begann, mit der großflächigen Aufforstung landwirtschaftlicher Flächen und umfangreichen Waldankäufen, ein forstliches Aufbauwerk, das beispielhaft für die  Waldvermehrung im großstädtischen Ballungsraum ist.

Die Aufforstungen

Ziel der Aufforstungen war es, die Lücken im Äußeren Grüngürtel zu schließen und neue stadtnahe Erholungsflächen zu schaffen. An möglichst vielen Stellen im Stadtgebiet, entlang der Autobahnen und an Industrieanlagen, sollten bandartige Schutzpflanzungen, aus breiten  Aufforstungsstreifen angelegt werden, die als sogenannte „Grüne Schutzwälle gegen Industrieabgase, Ruß und Fahrzeuglärm“, die Wohngebiete abschirmen und die Luftqualität verbessern sollten.

Vielfalt als Vorgabe

Das Ziel möglichst vielfältige, artenreiche Waldbestände zu begründen, gab Stadtdirektor Berge vor, der die Pflanzen häufig persönlich bei den Baumschulen aussuchte. Dabei konnte er dendrologischen Besonderheiten nicht widerstehen. Die Förster mussten dafür sorgen, dass die unterschiedlichen Baumarten in einer Mischung auf die Fläche gepflanzt wurden, die gewährleistete, dass die beabsichtigte Artenvielfalt auch langfristig erhalten blieb und aus der Kultur ein stabiler Waldbestand heranwachsen konnte.

Forstbotanischer Garten

Nach umfangreichen Bodenvorbereitungen und dem Ausbringen großer Torfmengen,  begannen im April 1963 die Pflanzarbeiten. Die Pflanzen wurden teilweise persönlich von Berge in den Baumschulen eingekauft und kamen außer aus Deutschland von renommierten Baumschulen aus Holland, England und Belgien. Insgesamt wurden über 3.000 verschiedene Gehölzarten und -sorten gepflanzt. Das Projekt wurde besonders von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Köln unterstützt und die Pflanzen und baulichen Anlagen zum Teil durch private Spenden finanziert.

Hans Berge

Ende September 1964 ging Hans Berge in den Ruhestand. Er blieb aber weiterhin Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Köln. In dieser Position kehrte er immer wieder in das Licht der Öffentlichkeit zurück und nutzte beispielsweise den jährlichen Tag des Baumes um sein großes Anliegen der Förderung des Waldes in der Stadt einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.

Industriewald

Die Waldvermehrung im Stadtgebiet konnte aber auf den Grundstücken großer Industrieunternehmen fortgesetzt werden. Mit mehreren großen Unternehmen (Bayer, Esso, Erdölchemie, KHD) wurden Vereinbarungen über die Aufforstung und spätere Betreuung von Flächen durch das städtische Forstamt abgeschlossen. Zweck dieser Vereinbarungen war es, die Industriegelände mit möglichst breiten Waldstreifen zu umgeben, damit ein wirksamer Lärm- und Immissionsschutz für die angrenzenden Wohngebiete entstand.

Friedenswald

In den Jahren 1979-1981 konnte der Forstbotanischen Garten durch den Friedenswald, der auf einer angrenzenden 26 ha großen landwirtschaftlichen Fläche angelegt wurde, sinnvoll ergänzt werden.

Der Friedenswald wurde wie der Forstbotanische Garten sehr dendrologisch ausgerichtet. Er hat aber auch einen ausgesprochenen symbolträchtigen Charakter. Vor dem Hintergrund der damals aktuellen Friedensbewegung, wurden Bäume und Sträucher aus allen Staaten der Welt, die mit der Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen unterhielten, einzeln oder in kleineren Gruppen gepflanzt, um das harmonische, friedliche nebeneinander der Staaten der Welt zu repräsentieren.

Rechtsrheinische Waldankäufe

Um der Bevölkerung neue Erholungsgebiete zu erschließen und den Waldbestand der Stadt weiter zu vergrößern, wurde auch in großem Umfang Wald angekauft. Allein bis 1965 gelang es rd. 500 ha Privatwaldbesitz, vor allem im rechtrheinischen Stadtgebiet zu erwerben. Da es sich bei den angekauften Wäldern überwiegend um monotone Kiefernbestände handelte, wurde nach dem Besitzübergang damit begonnen, die Bestände in standortgerechte, stabile Laubmischwälder umzubauen.

Worringer Bruch

Im linksrheinischen Stadtgebiet wurde 1978 das Worringer Bruch, eine alte Rheinschlinge mit einer Fläche von115 ha, vom Land Nordrhein Westfalen erworben. Im Rahmen dieses Grundstücksgeschäftes wurde ein Teil des Chorbusches, bei Haus Arf, mit einer Fläche von 36 ha, der 1961 vom Baron Geyer von Schweppenburg angekauft worden war, an das Land Nordrhein-Westfalen abgegeben.

Der städtische Wald heute

In Köln sind innerhalb eines Menschenalters, dank einer weitsichtigen Grünpolitik und zielstrebigem forstlichen Handelns, in einem waldarmen Gebiet wieder zusammenhängende Wälder entstanden. In Anbetracht der Bedeutung des Waldes für die Natur und Umwelt ist diese Leistung beispielhaft für die nachhaltige Entwicklung einer Großstadt.

 

Im Haus des Waldes ergänzt die Dauerausstellung und verschiedene Sonderausstellungen das Wissen über die Entwicklung des Kölner Waldes.

SDW-Positionspapier Der Kölner Wald

Dieses Positionspapier ist auf der Grundlage eine Diskussionsveranstaltung am 20.04.2018 erarbeitet worden. An der Diskussion haben teilgenommen: Vertreter/-innen des Vorstandes und der Ehrenamtler/innen der SDW-Köln, Herr Markus Bouwman (Stadt Köln), Herr Dr. Andreas Wolf (Rheinenergie) und Herr Stephan Schütte (Wald und Holz NRW)

Download: Positionspapier -Der Kölner Wald

 

Fakten zum Wald in Köln

in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung der Stadt Köln sind die wichtigsten Daten und Fakten zum Kölner Wald aufgeführt.

Download: Fakten Wald Köln

 

Der Wald des Äußeren Grüngürtels

Das Thema Wald hat ganz wesentlich zur Ausgestaltung und Dimensionierung des Äußeren Grüngürtels beigetragen. Die konkrete Anlage des Waldes erfolgte nach Vorgaben, die heute noch aktuell sind. Dennoch führt der Klimawandel zu einer Umstrukturierung des Waldes im Äußeren Grüngürtel.

Download: Der Wald des Äußeren Grüngürtel

 

Waldschule im Königsforst

Die von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln betriebene Waldschule wurde 1984 in Gut Leidenhausen gegründet. Der Blick zurück zeigt, dass die Anfänge der Kölner Waldschule auf das Jahr 1906 bzw. 1915 zurückgeht, auch wenn die Bewegründe hierfür zunächst andere waren als heute.

Download: Waldschule Königsforst

 

Botanischer Garten und Reichsarboretum

Der Äußere Wald- und Wiesengürtel bietet wenige Jahre nach seiner Fertigstellung Raum für die Anlage eines neuen Botanischen Gartens und die systematische Anlage eines Teil des geplanten Reichsarboretums. Die Planungen sind jedoch nur ansatzweise umgesetzt worden.

Download: Bot. Garten – Reichsarboretum

 

Hans Berge – Beigeordneter in Köln

Hans Berge hat in den 1960er-Jahren entscheidend die Entwicklung des Kölner Waldes geprägt. Wilhelm Mense, der in dieser Zeit Forstrevierleiter im linksrheinischen Norden war, beschreibt Herrn Berge aus Sicht eines Mitarbeiters.

Download: Hans Berge

 

Internationales Populetum in Köln

Anfang der 1960er-Jahre wurde in Rodenkirchen im Weißer Bogen eine Versuchsfläche für Pappelsorten angelegt. Mit internationaler fachlicher Begleitung sollten die unterschiedlichen Pappelsorten auf ihre jeweils spezifische Eignung hin geprüft werden. Heute sind nur noch Reste dieser Anpflanzung vorhanden.

Download: Populetum Köln

 

Wald auf Trümmerbergen – Aachener- und Herkulesberg

In der Kölner Innenstadt wurden nach dem II.Weltkrieg die Trümmerberge in den Inneren Grüngürtel integriert und mit Wald bepflanzt.

Download: Wald auf Trümmerberge

 

Der Kölner Waldgürtel

Ein Text aus den 1970er-Jahren beschreibt die Waldentwicklung in Köln. Verfasser unbekannt

Download: Waldgürtel Köln um 1970

 

Die Geschichte von Schönrath und Neurath – Dr. W- Litz 2020

Dr. Wilfried Litz hat die Geschichte des Schonrather Busches aufgezeichnet.

Download: Der Schönrather Busch

 

Der Wald der Stadt Köln- M. Bouwman 2001

Download: Der Wald der Stadt Köln

 

Ausstellung: Der Kölner Wald im Aufbruch

Kurzfassung einer Sonderausstellung im Haus des Waldes Köln 2016. Die Ausstellungstafeln sind Bestandteil der Dauerausstellung.

Download: Ausstellung- Der Kölner Wald im Aufbruch

 

Das Kölner Waldlabor – M. Bouwman

ImKölner Waldlabor im Äußeren linksrheinischen Grüngürtel werden „neue Baumarten“ getestet.

Download: Kölner Waldlabor

 

Die Entwicklung des städtischen Waldbesitzes – W. Klosterhalfen, 1975

Download: Entwicklung städtischer Waldbesitz

 

Flächenkonzept Naturwaldentwicklungsflächen – Forstverwaltung 2018

von den ca. 4.000 ha städtischem Waldbesitz sind mittlerweie fast 500 ha als Naturwaldentwicklungsflächen ausgewiesen.

Download: Naturwald Köln

 


Auswahl Bücher und Veröffentlichungen zum Kölner Grün

Stand: 31.05.2012

Allgemeine Grundlagen:

  • Adams, W.; Bauer, J.: Vom Botanischen Garten zum Großstadtgrün. Köln 2001. Bachem Verlag
  • Meynen, H.: Die Kölner Grünanlagen. Düsseldorf 1979. Schwann Verlag (Antiquariat)
  • Schneider, E.: Der Waldpark. Ideen und Erscheinungsformen in Deutschland zwischen 1880 und 1935. Remagen-Oberwinter 2011. Kessel Verlag
  • Schumacher, F.: Köln. Entwicklungsfragen einer Groszstadt. Köln 1923 (Antiquariat)
  • Vogelsang, R.; Lutum, R.: Joseph Clemens Weyhe. Ein rheinischer Gartenkünstler. Düsseldorf 2011. Grupello Verlag

 

Führer zu Grünanlagen:

  • Bastian, H. V.; Kremer, B. P. etal.: Kölner Natur Führer. Köln 1990. Wienand Verlag
  • Barke, R.: Reisen in die Heimat. Köln. Köln 2010. Bachem Verlag
  • Clark, R.: Gartenreiseführer. München 2008. Callwey Verlag
  • Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Gärten & Parks im Rheinland. Köln 2007. Wienand Verlag
  • Machnik, S.: Kölnpfad. Der Kölner Rundwanderweg. Kölner Eifelverein (Hrsg.). Köln 2008. Bachem Verlag
  • Schröer, C. F.: Die schönsten Gärten und Parks im Rheinland. Köln 2005. Bachem Verlag
  • Sticht, H.M.: Natur- und Kulturführer Wahner Heide. Düsseldorf 2005. Gaasterland Verlag
  • Zey, R.: Parks in Köln. Ein Führer durch die Grünanlagen. Köln 1993. Greven Verlag
  • Zimmermann, P. S.; Krieger, K.: Das Kölner Stadtgrün. Duisburg 2009. Mercator Verlag

Bücher zu bestimmten Grünanlagen und Gärten:

  • Abt, J.; Beines, J.R.; Körber-Leupold, C.: Melaten. Kölner Gräber und Geschichte. Köln 1997. Greven Verlag
  • Abt, J.; Vomm, W.: Der Kölner Friedhof Melaten. Köln 1980. Greven Verlag
  • Bauer, J.; Klien-Meynen, D.; Meynen, H.: Garten am Strom. Der Rheinpark in Köln. Köln 2007. Bachem Verlag
  • Bermbach, G.: Die Flora zu Köln am Rhein. Landeskonservator Rheinland (Hrsg.), Arbeitsheft 29. Köln 1991, Rheinland Verlag
  • Brokmeier; J.: Die goldene Ecke von Köln. Erfurt 2009. Sutton Verlag
  • Brügelmann, J.; Wassong, T.; Quanz, D. R.: 50 Jahre Marienburger Golf-Club. Köln 2003. Köllen Druck Verlag
  • Demirci, A.: Melaten. Mythos und Legenden. Köln 1996. Wienand Verlag
  • Große, W.; Haeming, H.; Sanden, D.: Der Fühlinger See. Förderverein Fühlinger See Köln e.V. (Hrsg.). Münster 2005. Monsenstein und Vannerdat Verlag
  • Kruse, R.: Der Erzbergerplatz und der Schilplatz. Köln 1995. Edition Nippes
  • Lammerting, K.: Ein englischer Garten in Köln. Köln 2002. Dumont Verlag
  • Lammerting, K.: Knotengärten. München 2008. BLV Buchverlag
  • Rick, D.: Melaten. Gräber erzählen Stadtgeschichte. Köln 2006. Emons Verlag