Gut Leidenhausen

Gut Leidenhausen

„Mit Attraktionen reich begütert: Gut Leidenhausen

Gut Leidenhausen, im Jahre 1329 erstmals urkundlich erwähnt liegt ziemlich genau auf der Grenze zwischen dem Königsforst und dem Naturschutzgebiet Wahner Heide vor der Geländekante, die die rechtsrheinische Mittelterrasse von der Niederterrasse trennt. Nördlich schließt sich der ausgedehnte, von einer hohen Mauer umgebene Park von Schloss Röttgen an, südlich die zu Gut Leidenhausen gehörende Pferderennbahn. Das große Hofgut umfasst eine Fläche von 170 ha. Etwa 45 ha davon entfallen auf Waldbestände – neben dem Gremberger Wäldchen zum Teil bodenständige, nicht aus Aufforstungen entstandene Waldvorkommen. Die heutigen Gebäude der großzügig bemessenen Hofanlage stammen aus dem Jahre 1803 und wurden neben dem Grundbesitz im Jahre 1964 durch die Stadt Köln vom Vorbesitzer Ferdinand Mülhens erworben. Zu diesem Zeitpunkt gehörte Gut Leidenhausen noch zum Gebiet der selbständigen Stadt Porz. In den Folgejahren wurde das Gutsgelände zu einen großen Erholungsgebiet mit Wanderwegen, Schutzhütten, Waldlehrpfad, Sandspielplatz, Liegewiesen, Wildgehege, Greifvogelstation und einem Waldmuseum entwickelt.

 

Schon im Hof des Museums kann man gigantische Baumstämme bewundern, die früher in den gutseigenen Wäldern wuchsen. Die Ulme, die dort aufgestellt ist, starb – wie viele andere Bäume der Art auch – am Ulmensterben, einer Pilzerkrankung, die durch den Ulmensplintkäfer übertragen wird. Seit 1920 breitete sich der Pilz in Europa aus. Doch erst, nachdem ab 1960 eine wesentlich gefährlichere, aus Amerika stammende Form in Europa einwanderte, traten erhebliche Verluste auf.

Vom Parkplatz Hirschgrabenstraße gelangt man nach etwa 100 m zu dem ersten Wildgehege. Hier werden inmitten eines alten Laubmischwaldes Wildschweine gehalten. Die Tiere pflügen den Boden regelrecht um, weshalb sie nasse Wälder bevorzugen. Daher fehlt hier eine Strauchschicht, und am Boden brütende Vogelarten sind ebenfalls sehr selten. Höhlenbrütende Vögel dagegen wie Meisen, Kleiber, Stare und Feldsperlinge bewohnen in großer Zahl die vielen künstlichen Nisthöhlen. Unmittelbar an das Wildschweingehege schließt sich ein weiteres Wildgatter an, in dem Rothirsche und Rehe gehalten werden. Während Rehe in unseren Wäldern noch sehr verbreitet sind, ist das mitteleuropäische Areal des Rothirsches sehr zersplittert. Die weite Wiesenfläche, auf der die Hirsche meistens zu sehen sind, ist als Lebensraum auch für andere Tierarten interessant. Stets halten sich einige Wildkaninchen dort auf, die Gräser äsen. Auch Drosseln, Stare, Elstern und Rabenkrähen suchen hier häufig nach Nahrung, Umgeben werden die Gehege von dichten, abwechslungsreichen Wäldern. Die Verbisseffekte im abgegatterten Bereich sind enorm: Vergleichen Sie doch einmal die Gehölze rechts (Gatter) und links (ohne Wildbesatz) vom Hauptweg.“ 

Quelle: Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) Roth, H. J. (Hrsg.): Kölner Naturführer.
Köln entdecken Band 7, Köln 1990, S. 309-312