Dauerausstellung
Haus des Waldes
Das Waldmuseum im Haus des Waldes ist nach umfangreichen Umbaumaßnahmen in Teilen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Im März 2026, am internationalen Tag des Waldes, wurde der erste Abschnitt der Dauerausstellung „Wald schützen – Mach mit!“ feierlich eröffnet. Die Ausstellung im ersten Stock des Gebäudes zeigt den Besucherinnen und Besuchern beispielhaft anhand persönlicher Geschichten, wie Menschen und auch Tiere zum Schutz von Natur und Wald beitragen können. Gefördert wird die aktuelle Ausstellung von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW sowie durch private Spenden.
Die bekannteste Persönlichkeit der Ausstellung ist sicher Konrad Adenauer, einst Kölner Oberbürgermeister und erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er hatte seinerzeit maßgeblich die Schaffung der beiden Grüngürtel in Köln erwirkt. Aber auch die vielen anderen Lebensgroßen Figuren, etwa ein Rückepferd, eine Schülerin und Menschen aus allen Teilen der Welt stehen mit ihren Geschichten vorbildlich für persönliches Engagement in Sachen Wald- und Naturschutz. An vielen Stellen fordert die Ausstellung Besucherinnen und Besucher zur Interaktion auf, Entdeckungs- und Spielstationen laden zu einer kurzweiligen Beschäftigung mit dem Thema Wald ein.
„Die neue Ausstellung im Haus des Waldes ist für Klein und Groß konzipiert. Jeder kann sich hier auf unterhaltsame oder spielerische Weise über die Bedeutung des Waldes für Köln informieren: seinen Beitrag zum Klimaschutz, für das Ökosystem und auch für das Leben in einer Stadt. Die Ausstellung zeigt an vielen positiven Beispielen, wie sich mit persönlichem Engagement etwas zum Guten verändern lässt. Über allem steht das Ziel, den Wald in Köln zu erhalten und zu fördern“, sagt Jürgen Holstein, Vorsitzender des Freundeskreises Haus des Waldes e.V.
Teil der Ausstellung ist auch ein Kunstwerk der Bühnenbildnerin und Gestalterin Cordula Körber. Es besteht aus einer Konstruktion von miteinander verbundenen Ästen, die sich durch das offene Holzgebälk des Saales über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher hinwegzieht. Die auffällig grün lackierten Äste setzen in Gestalt und Farbe einen augenbeeindruckenden Kontrast zu den geometrischen Formen der Holzkonstruktion
Ausblick: Wald der Zukunft
Die neu eröffnete Ausstellung „Wald schützen – Mach mit!“ ist jedoch nur ein erster Baustein des neuen Waldmuseums. Für 2027 ist die vollständige Eröffnung des Hauses geplant. Dann wird im jetzt noch geschlossenen „Dachgiebelraum“ die Bedeutung des Waldes für kommende Generationen beleuchtet.
Die geplante Ausstellung vermittelt Wissen zum Thema Nachhaltigkeit und Wald und beleuchtet Lösungen, wie wir alle durch gemeinsames Engagement den Wald schützen können. Durch die räumliche Nähe zur Waldschule ist die gesamte Ausstellung teils ein außerschulischer Lernort und orientiert sich an den Zielen der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Sowohl Kinder als auch Erwachsene sowie Jugendliche sind Zielgruppen der Dauerausstellung.
Das Leitthema ist geprägt durch den Standort des HDW in Köln: Die Stadt Köln bewirtschaftet ihren Wald naturnah, weil diese Art der Pflege den vielfältigen Ansprüchen an den Wald in der Großstadt am besten gerecht wird. Somit findet sich hier in Köln ein Wald, mit dem in großen Teilen nachhaltig umgegangen wird, und der somit gegenüber klimatischen Veränderungen widerstandsfähiger ist als viele Waldflächen im ländlichen Raum. Folgende Themen werden in der Ausstellung in Bezug auf den Kölner Wald, ergänzt durch Beispiele anderer urbaner Wälder weltweit, behandelt: „Klimawandel: Wald der Zukunft“, „Biologie: Ökosystemleistungen“, und „Kultur: Geschichte des Kölner Waldes“.
„Es wird eine spannende Erlebnisreise durch den Kölner Wald werden, seine Geschichte, die Gegenwart und vor allem seine Zukunft. Das Haus des Waldes auf Gut Leidenhausen wird ein zentraler Wissensort sein, um mehr über Wald und Naturschutz zu erfahren, zusammen mit der Waldschule, dem entstehenden Wald&Grün-Archiv und den vielen Angeboten des Umweltbildungszentrums und der anderen Vereine.“ sagt Dr. Joachim Bauer, Geschäftsführer des Freundeskreises.
Förderer der Ausstellung
Die Neukonzipierung der neuen Ausstellung im Waldmuseum wird unterstützt durch:
Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen
Landschaftsverband Rheinland – Kulturförderung
Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat und Kulturpflege
Dauerausstellung (alt)
Am 23. Mai 1982 wurde das „Haus des Waldes“ in Gut Leidenhausen eröffnet. Ein Jahr später am 26. Mai 1983 konstituierte sich der Freundeskreis Haus des Waldes Köln e.V.. Am 21. Mai 1992 konnte das um einen großen Veranstaltungsraum ergänzte „Haus des Waldes“ erneut für die Öffentlichkeit geöffnet werden.
Der Ausbau des Haus des Waldes 1982 erfolgte mit Unterstützung der Nordrhein-Westfalen- Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege
Der Grundstock der ehemaligen Dauerstellung im Haus des Waldes, die bis 2022 zu sehen war, bildete die 1982 zur Eröffnung konzipierte Ausstellung über allgemeine Themen des Waldes. Schritt für Schritt wurde diese Ausstellung inhaltlich und konzeptionell weiterentwickelt. So wurden allmählich Themen in den Vordergrund gestellt, die sich mit der besonderen Entwicklung des Waldes und der Grünflächen in der Großstadt Köln befassten.
Der Ausbau des Haus des Waldes 1982 erfolgte mit Unterstützung der Nordrhein-Westfalen- Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege
Wissenswertes über das Ökosystem Wald

Waldentwicklung
Der Wald ist abhängig von seiner Umwelt. Boden und Klima bestimmen seine Pflanzen- und Tierarten. Sehr schnell und nachhaltig kann der Mensch dieses Gleichgewicht stören und verändern.
Versteinerte Wälder: Holz und Stein
Versteinertes Holz entsteht unter Luftabschluss durch Einwanderung von Mineralien, die die ursprünglichen Pflanzengewebe ersetzen.
Die Waldentwicklung: mal tropisch – mal eiskalt
Das heutige Waldbild ist die Folge einer Entwicklung, deren Anfang in frühere Erdzeitalter zurückreicht. Daher werden zum Verständnis des heutigen Waldaufbaues und insbesondere der vom Menschen unbeeinflussten natürlichen Waldgesellschaften die großen Entwicklungslinien angedeutet.
Von der Römerzeit bis zur Gegenwart
Im Herrschaftsgebiet der Römer war das Land schon so dicht besiedelt, dass der Wald auf ¼ der Landesfläche gerodet war. Die rechtsrheinische Seite war während dieser Zeit verhältnismäßig frei von Besiedlung. So mag der Wald hier während der Römerzeit wieder in die vorher besiedelten, jetzt aber siedlungsleeren Räume vorgedrungen sein.
Heidediorama
Die Heide ist ein künstlicher Biotop, ein Naturwunder aus Menschenhand. Die Tierwelt der Heide ist besonders reizvoll. Der populärste Bewohner der Heide ist das Birkhuhn, es lebt auf offenen Heide- und Moorflächen. Durch Aufforstung wird sein Lebensraum immer kleiner.
Der Waldboden
Im Waldboden haben die Pflanzen ihre Wurzeln. Aus ihm beziehen sie alle Stoffe, die sie zum Leben und Wachsen brauchen. Von den Pflanzen leben die Tiere. Wenn Pflanzen und Tiere sterben werden sie von unzähligen Kleinlebewesen zersetzt, bis sie zu Waldboden werden. Alles, was im Wald wächst und lebt, ist in diesen Kreislauf einbezogen.
Gesunder Waldboden; kranker Waldboden; verarmter Waldboden
Waldzonen der Erde
Alle Waldtypen, die es ehemals in der Kölner Bucht gab, finden wir heute noch auf unserer Erde.
Nördliche Nadelwälder; sommergrüne Laubwälder; Hartlaubwälder; Savannen; Trockenwälder; Tropische Regenwälder
Das Waldkleid der Erde ist sehr ungleichmäßig verteilt. Etwa 80% der Gesamtwaldfläche der Erde bilden zwei gewaltige Waldgürtel. Es sind die Nadelwälder der Nordhalbkugel und die Regenwälder der Tropen.

Die Waldgesellschaften
In prähistorischer Zeit wechselte und vertiefte der Rhein mehrmals sein Bett. Es entstanden Flussterrassen: die Haupt-, Mittel- und Niederterrasse. Die rechtsrheinischen Kölner Stadtwälder stehen überwiegend auf der Mittelterrasse, teilweise auf der Niederterasse.Wald ist mehr als lauter Bäume
Die natürliche Waldgesellschaft der Niederterrasse ist überwiegend gekennzeichnet durch den Maiglöckchen-Perlgras-Buchenwald. Einer der ganz wenigen naturnahen Buchenwaldrestbestände auf der Niederterrasse des Rheins wie auch der Niederrheinischen Bucht überhaupt, ist das Gremberger Wäldchen.
Jahresringdatierung
Den jährlichen Dickenzuwachs eines Baumes nennt man Jahresring. Je nach Witterung ist er unterschiedlich breit. Überträgt man die Jahresringbreiten in eine grafische Darstellung, so ergibt sich eine Kurve, die den Klimaablauf zu Lebzeiten des Baumes widerspiegelt und deren Rhythmus sich nie wiederholt.
Der Baum
Im Splintholz des Stammes wird das durch die Wurzeln aufgenommene Wasser in die Krone geleitet. In der inneren Rinde werden die Nährstoffe transportiert. Die Keimschicht ist die Wachstumszone des Baumes. In den Blättern werden mit Hilfe des Blattgrüns und des Sonnenlichtes aus Wasser und Bestandteilen der Luft Nährstoffe gebildet. Dabei wird der für Mensch und Tier lebensnotwendige Sauerstoff freigesetzt.
Pilze
Pilze wachsen auf lebenden oder faulenden Pflanzenteilen, denen sie mit ihren wurzelförmigen Pilzfäden Nährstoffe entziehen. Das Mycel ist der eigentliche Pilz. Die uns vertrauten Hutpilze sind die Sporen tragenden Fruchtkörper. Die Sporen dienen der Fortpflanzung. Aus ihnen entwickeln sich neue Pilzfäden.
Tiere des Waldes
Jedes Tier braucht zum Überleben einen besonderen Lebensraum. Ein naturnaher Wald mit Kraut-, Strauch- und Kronenschicht bietet viele verschiedene Lebensräume. Nur hier können sich unsere heimischen Waldtiere voll entfalten.




